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Die besten Rums für Einsteiger und Neugierige

Rum für Einsteiger. Rum für Neugierige und Einsteiger

Rum ist momentan im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde.

Trendscouts prognostizieren Rum zum neuen Gin, das German Rum Festival in Berlin zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucher und Aussteller an und in allen Bars die etwas auf sich halten, wird in Sachen Rum spätestens jetzt aufgerüstet.

Des Weiteren häufen sich die Artikel über Rum nicht nur im Internet, sondern auch in den klassischen Medien. Es gibt viele richtig gute Artikel zum Thema, aber leider auch viel halbgares Zeug von Menschen, die meinen, schnell auf den „Trendzug Rum“ aufspringen zu müssen.

Das macht es für interessierte Rum-Neulinge und -Einsteiger nicht leicht, sich im Dschungel der Fachsimpeleien zurechtzufinden und schreckt manch einen sogar gänzlich davon ab, sich der Spirituose Rum zu widmen.

Das ist schade!

Nicht nur, weil Rum eine wirklich mega spannende Spirituose ist, mit der du super Cocktails mixen oder die du pur genießen kannst, sondern auch, weil es gar nicht so schwierig ist, dir selbst eine grundlegende Meinung über Rum zu bilden und dann bei Gefallen Schritt für Schritt tiefer in die Welt des Rums einzusteigen.

Damit dir der erste Schritt in Sachen Rum-Expertise gelingt, habe ich dir eine Liste mit den 5 besten Rums für Einsteiger und Neugierige zusammengestellt.

Wenn du diese 5 Rums probiert hast, wirst du wissen, ob du Rum grundsätzlich magst und wenn ja, in welche Richtung du weiterforschen kannst, um weitere Rum-Highlights nach deinem Geschmack zu entdecken!

Ich habe mich bemüht, diesen Artikel einfach zu halten und nicht zu sehr ins Fachsimpeln abzudriften, um dir den Einstieg nicht unnötig zu erschweren. Wenn du also Fragen hast, die hier im Artikel nicht beantwortet werden oder sich beim Verkosten auftun, schreib mir gerne über das Kontaktformular oder poste ein Kommentar! Ich würde mich freuen, wenn sich hier ein reger Erfahrungsaustausch entwickelt!

Und zu guter Letzt, bevor wir uns dem Rum widmen: Beim Rum-Tasting geht es wie bei allen Genussprodukten –genau!– um den Genuss.

Klar gibt es viele Tipps und Tricks, die Sinne zu schulen um noch mehr Aromen wahrzunehmen und zu bestimmen, aber am Anfang sollte es um eine generelle Annäherung gehen, bei der du einfach mit ungeschulter Neugier und Interesse deinen Rum genießt. Bei Gefallen wirst du dann automatisch tiefer in die Welt der Tastings eintauchen wollen. Aber der Genuss ist und bleibt das Wichtigste.

Deshalb geht es hier um eine unkomplizierte Annäherung, die dir hoffentlich viel Freude und Genuss bereitet!

Rum: Eine Spirituose für den puren Genuss

Traditionell kommt Rum aus der Karibik, wo er im 17. Jahrhundert erfunden wurde. Mittlerweile wird Rum jedoch in fast allen Gegenden der Welt produziert, in denen Zuckerrohr angebaut werden kann. Aber selbst in Ecken der Welt, in denen das Zuckerrohr nicht beheimatet ist wie beispielsweise Deutschland oder Südtirol, wird mittlerweile mit angekaufter Melasse Rum produziert.

In diesem Artikel soll es jedoch nicht um die Exoten unter den Rumsorten gehen und auch nicht um Rum als Mix-Spirituose, sondern es sollen eher klassische Rumsorten vorgestellt werden, die in der Regel pur getrunken werden und auch für Einsteiger und Neugierige in Sachen Rum geeignet sind.

Bei einem Tasting (Verkostung) wirst du feststellen, dass sich die einzelnen Rumsorten geschmacklich stark voneinander unterscheiden. Der Geschmack eines Rums wird im Wesentlichen von Zutaten, Destillationsprozess, Klima und Lagerung geprägt. Auch wenn Rumsorten aus ein und demselben Land sehr unterschiedlich schmecken können, so lassen sich doch Gemeinsamkeiten von Rums derselben regionalen Herkunft feststellen.

So sind zum Beispiel kubanische Rums bekannt für ihren leichten und milden Charakter, während am anderen Ende der Skala jamaikanische Rumsorten mit ihren kräftigen und sehr würzigen Eigenschaften stehen. Mehr zu den verschiedenen Rumcharakteristika erfährst du in diesem übersichtlichen Artikel von Eyes for Spirits.

Die Auswahlkriterien

Wie bereits angekündigt, möchte ich dir in diesem Artikel 5 eher klassische Rumsorten vorstellen, die sich besonders gut für den Einstieg in Sachen Sipping-Rum (Rum, der in der Regel pur getrunken wird) eignen und dir schnell zeigen, ob und wenn ja, welcher Rumtyp du bist. Bei der Auswahl habe ich mich an folgenden vier Kriterien orientiert:

Geschmack

Die ausgewählten Rums sind exemplarisch für die Rumsorten aus ihren jeweiligen Herkunftsregionen und unterscheiden sich deutlich von den anderen vorgestellten Sorten.

Somit bekommst du schnell einen ersten groben Überblick in Sachen Herkunftsgebiet und kannst einschätzen, welcher Rumtyp dir am besten gefällt und in welche Richtung du weiterforschen kannst.

Ich habe hier bewusst auf zu kräftige und komplexe Rumsorten verzichtet, da ich davon ausgehe, dass du in Sachen Rum neu dabei bist und dich erstmal langsam an die Spirituose Rum herantasten möchtest. Dafür eignen sich beispielsweise jamaikanische Rums und Rhum Agricole eher nicht.

Ich werde allerdings noch einen Artikel mit meinen Geheimtipp-Rumsorten für Fortgeschrittene veröffentlichen, da wirst du dann auch kräftigere und eher untypische Rumsorten finden.

Verfügbarkeit

Die hier ausgesuchten Rumsorten sind einfach zu bekommen. Entweder über Fachgeschäfte oder Online-Händler. Denn was bringt die Empfehlung des schönsten Tropfens, wenn er nur in Mama Yo’s Bar auf St. Lucia getrunken werden kann?!

Ich habe alle hier empfohlenen Rums direkt zu Amazon verlinkt (mehr erfahren).

Preis

Ein weiteres Kriterium ist der Preis. Natürlich gibt es in diesem Bereich regionale Unterschiede, aber grundsätzlich ist jeder der Top 5 Rumssorten für Einsteiger und Neugierige für unter 35 Euro zu erwerben. Das Limit von 35 Euro war mir wichtig, da es meiner Meinung nach viele gute Rums in dieser Preiskategorie gibt, die sich hervorragend als Einsteiger-Rums eignen und du als Rum-Neugieriger wirklich keine 50 Euro oder mehr für einen guten Rum auszugeben brauchst.

Eigene Erfahrungswerte

Last but not least habe ich auch eigene Erfahrungswerte mit in die Auswahl einbezogen. Bei Tastings mit Freunden haben sich diese 5 Rumsorten als Einsteiger-Rums bewehrt und ihnen und mir bei der grundlegenden Orientierung im Rum-Meer geholfen.

Tasting-Tipps

Bevor ich dir die einzelnen Rumsorten vorstelle, noch ein paar grundlegende Empfehlungen, um dein Tasting in vollen Zügen genießen zu können:

        • Vorgehen: erst schauen (Farbe, Beschaffenheit, Legs) , dann riechen (dem Rum dabei etwas Zeit zum Atmen geben), dann schmecken (kleine Schlücke, den Rum etwas im Mund herumgehen lassen und auf Geschmack am Gaumen und Zunge achten, aber auch auf das Mundgefühl)
        • Vermeide vor dem Tasting Gerichte mit Knoblauch oder anderen dominanten Zutaten, die deine Geschmackswahrnehmung stark beinflussen            
        • Wenn du mehrere Rumsorten probierst, beginne immer mit dem Mildesten und beende das Tasting mit dem kräftigsten Rum
        • Wähle ein passendes Glas (am besten geeignet sind sogenannte Nosing-Gläser, die sich nach oben hin verjüngen und die Aromen dadurch besser bündeln. Natürlich funktioniert auch ein normales Glas am Anfang, aber der Unterschied ist schon enorm)
        • Probiere maximal 5 Rumsorten in einem Tasting (danach nimmst du viele Aromen nicht mehr wahr und schmeckst die feinen Unterschiede nicht mehr)
        • Und zu guter Letzt: Trinke genügend Wasser zwischendurch und iss etwas Brot oder möglichst neutralen Knabberkram (das beruhigt die Geschmacksknospen und verhindert gleichzeitig, dass dir der Rum zu schnell zu Kopf steigt. Immerhin hat Rum einen Mindestalkoholgehalt von 37,5% Vol. Alkohol, auch wenn du dies in den meisten Fällen nie herausschmecken wirst)

Die besten 5 Rums für Einsteiger

Hier meine Liste der Top 5 Einsteiger-Rums. Ich habe mich bemüht, mich auf die wesentlichen Infos zu beschränken.

Im Anschluss an die Einzelbeschreibungen findest du noch mal alle 5 Rumsorten in einer Tabelle gegenübergestellt sowie weiterführende Rum-Tipps.

1. El Dorado 12 Years

Einsteiger-Rum El Dorado 12 YearsDer El Dorado 12 Years ist inzwischen ein echter Klassiker und einer meiner Lieblings-Rums, da er zu so vielen schönen Momenten passt. Er stammt aus Guyana aus dem Hause der Demerara Destillers Limited (DDL).

Guyana kann als ehemalige britische Kolonie auf eine lange Rumtradition zurückblicken und die DDL gehört zu den renommiertesten Brennereien weltweit. Sie ist im Besitz einiger seltener Brennblasen und hat sich vor allem mit der Erzeugung von hochklassigem Sipping-Rum einen Namen gemacht.

Demerara-Rum, benannt sowohl nach der Region als auch des dortigen Zuckerrohrs, ist ein eher schwerer Melasse-Rum, der einen vollen Körper besitzt und vielschichtige Aromenzusammenspiele bietet, die Rumkenner auf der ganzen Welt begeistern.

Als Vertreter dieser Art ist der 12 jährige El Dorado der am besten geeignete Einsteiger-Rum in den Demerara-Stil, da er die typischen Demerara-Merkmale in sich trägt, dabei aber sehr gefällig und nicht zu komplex daherkommt.

Der El Dorado 12 Years ist ein Blend aus mehreren Destillaten der DDL, von denen das jüngste 12 Jahre lang fassgelagert wurde.

Er zeichnet sich durch eine schwere, melassige Süße aus, die mit Holz-, Vanille- und Toffeenoten angereichert ist und von Leder, Tabak und Weihnachtsgewürzen (vor allem Zimt, Nelke und Muskat) flankiert wird.

Der El Dorado 12 Years besticht durch eine sehr weiche, wenngleich schwere Textur und seine nur geringe alkoholische Schärfe.

Der Abgang ist lang, würzig und hat eine subtile Sherry-Note.

Ein absolut runder und ausgewogener Rum.

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2. Ron Botucal Reserva Exclusiva bzw. Ron Diplomático Reserva Exclusiva

Einsteiger-Rum Ron Diplomatico Reserva ExclusivaDer Ron Botucal hieß eigentlich überall auf der Welt Ron Diplomático. Allerdings hat eine sehr bekannte deutsche Discounter-Kette Bedenken geäußert, der Rum Diplomático könnte mit ihrem hauseigenen Weinbrand „Diplomat“ verwechselt werden und infolge des hieraus entstandenen Rechtsstreits heißt der Ron Diplomático in deutschen Gefilden nun Ron Botucal.

Der Ron Botucal kommt aus Venezuela aus dem Hause der Destilerias Unidas und ist ein typischer Vertreter der Rumsorten aus dem südamerikanischen Land.

Er ist ebenso wie der El Dorado ein schwerer Melasse-Rum, der aus mehreren Destillaten gewonnen (geblendet) wird, von denen das älteste 12 Jahre lang in ehemaligen Bourbon-Whiskeyfässern aus Weißeiche gelagert wurde.

Im Vergleich zum El Dorado ist der Ron Botucal Reserva Exclusiva allerdings noch süßer und weniger würzig.

Schon in der Nase dominieren süße Vanille-, Toffee-, Karamell- und Schokoladenaromen mit einem Hauch Kaffee.

Geschmacklich setzt sich diese komplexe Süße fort. Der Botucal ist ein sehr ausgewogener Rum ohne jede Kante mit einem schweren Körper, der seidig bis schwer im Mund liegt.

Der Abgang, auch „Finish“ genannt, ist lang und süß. Es dominieren hier vor allem die Schokoladen- und Karamellaromen.

Der Ron Botucal Reserva Exclusiva hat viele Preise gewonnen und gilt vielen Rum-Einsteigern wie auch -Kennern als einer der besten Rums weltweit.

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3. Plantation Barbados 5 Years

Plantation Barbados Rum 5 Years Einsteiger-RumDer dritte Rum der Top 5 kommt wie der Name schon erkennen lässt aus einer weiteren großen Rumnation: Barbados.

So klein der Inselstaat in der Karibik auch sein mag, in Sachen Rum spielt Barbados bei den ganz Großen mit.

Rum aus Barbados zeichnet sich vor allem durch seinen milden Charakter und seine fruchtigen Nuancen aus. Ganz besonders liebe ich die Ananas-, Bananen- und Kokosaromen, die in vielen Rumorten aus Barbados zu finden sind.

Der Plantation Barbados 5 Years eignet sich als Vertreter der Barbados-Destillate ganz hervorragend für das erste Kennenlernen dieser wunderbaren Rums. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist kaum zu toppen.

Der Plantation Barbados 5 Years ist Teil der Produktreihe „Plantation“ der Firma Cognac Ferrand, die sich weltweit vor allem mit der Produktion von edlem Cognac einen Namen gemacht hat.

Aber auch die Rumwelt hat das Unternehmen mit der Plantation-Serie aufgemischt und –das muss einfach mal gesagt werden– bereichert. Die Besonderheit der Rumsorten dieser Serie ist, dass sie zunächst in ihrem Herkunftsland/ihren Herkunftsländern fassgelagert werden, dann nach Frankreich verschifft werden, um dort schließlich ihr Finish in alten Cognacfässern zu bekommen.

Im Falle des Plantation Barbados 5 Years beträgt die Lagerung auf Barbados bis zu 4 Jahre (auch hier findet ein Blending verschiedener Jahrgänge statt) in gebrauchten Bourbon-Whiskeyfässern und 1-2 Jahre in Cognagfässern in den Kellern von Ferrand.

Herausgekommen ist ein wunderbar milder und fruchtiger Rum, der von einer angenehmen Süße und einer dezenten Würze getragen wird.

In der Nase finden sich zunächst Leder- und Vanillenoten, die von Melasse getragen werden. Nach einiger Zeit tritt verstärkt Karamell hervor und Kokus- und Bananennuancen entfalten sich, flankiert von einer hintergründigen Würze aus Zimt und Muskat.

Im Mund fühlt sich der Barbados 5 Years fruchtig und vollmundig an. Eine vanillig-karamellige leichte Süße, Tropenfrüchte und die hintergründige Würze harmonieren hier wirklich toll!

Der Abgang ist mittellang, süß und fruchtig-würzig.

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4. Ron Malteco Añejo Suave 10 Years

Einsteiger-Rum Ron Malteco Añejo Suave 10 YearsDer nächste Rum dieser Liste kommt aus Mittelamerika, genauer aus dem wunderschönen Guatemala.

Guatemaltekische Rums gehören zu den beliebtesten Rums der Welt und haben bereits viele Preise eingesackt.

Eine Besonderheit der guatemaltekischen Rumsorten ist, dass sie im Hochland auf über 2000 Metern Höhe gelagert werden. Diese einzigartigen klimatischen Bedingungen wirken sich auf den Geschmack der Destillate aus und machen Rum aus Guatemala zu einem besonderen Erlebnis. Eine weitere Besonderheit guatemaltekischer Rums ist, dass sie nicht aus Melasse, sondern aus Zuckerrohrsirup gewonnen werden.

Besonders der Ron Zacapa Centenario 23 wird von vielen Rumkennern als der beste Rum der Welt bezeichnet. Da ich mich dem zum einen nicht ganz anschließen mag und zum anderen der Preis von über 50 Euro ein bisschen zu hoch für unsere Einsteiger-Liste ist, habe ich einen anderen hervorragenden Rum aus Guatemala ausgesucht.

Der Ron Malteco Añejo Suave 10 Years wird von der Destillerie Licorera Quezalteca nach dem Solera-System produziert. In diesem Fall bedeutet das, dass der älteste Rum im Ron Malteco Añejo Suave 10 Years 10 Jahre lang fassgelagert wurde, wobei der Hauptanteil des Rums aus deutlich jüngeren Destillaten besteht.

Der Ron Malteco Añejo Suave 10 Years wird aus Zuckerrohrsirup gewonnen.

Beim Tasting dominieren in der Nase vor allem Vanillearoma, Schokolade und exotische Gewürze, die ich nicht näher zu bestimmen vermag.

Geschmacklich ist der Malteco weniger süß als die anderen hier vorgestellten Rumsorten, dafür aber überaus fruchtig und würzig. Insgesamt ist er dennoch recht mild, wobei eine leichte alkoholische Schärfe durchzuschmecken ist. Neben den würzigen Tönen sind es vor allem Vanille-, Schokoladen- und Rosinenaromen, die sich geschmacklich hervortun.

Das Finish ist angenehm warm, recht lang und lieblich.

Ein sehr interessanter Rum zu einem wirklich guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

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5. Ron Matusalem Reserva Solera 15

Einsteiger-Rum Matusalem Reserva Solera 15Das Schlusslicht der Top 5 Einsteiger-Rum-Liste bildet der Ron Matusalem Reserva Solera 15. Allerdings nur in Sachen Aufzählung. Geschmacklich steht dieser aus der Dominkanische Republik stammende Rum den anderen Rumsorten der Liste in nichts nach.

Die Dominikanische Republik ist in Sachen Rum vor allem für außergewöhnlich milde und ausgewogene Destillate bekannt.

Es besteht viel Ähnlichkeit mit kubanischen Rumsorten, da viele kubanische Rumproduzenten nach der Kubanischen Revolution 1959 ins Exil in die Dominikanische Republik gingen und dort in altbewährter (kubanischer) Weise die Rumproduktion wieder aufnahmen.

Der Matusalem Reserva Solera 15 ist ein Melasse-Rum und wird wie der Ron Malteco im Solera-Verfahren geblendet. Das älteste verwendete Destillat ist bei diesem Rum 15 Jahre alt, wobei jüngere Destillate den Hauptanteil ausmachen.

In der Nase zeigt sich der Matusalem ausgewogen süß und würzig. Vanille- und Melassenoten, gemischt mit Backpflaumen und einer Spur Karamell.

Geschmacklich kommen vor allem eine mäßige Süße und Fruchtaromen zum Tragen, wobei der Matusalem auch eine würzige Note beibehält.

Der Abklang ist überraschend trocken und angenehm lang.

Auch wenn mir persönlich viele Rumsorten aus der Domikanische Republik und Kuba ein wenig zu rund und langweilig sind, zählt der Matusalem Reserva Solera 15 zu meinen persönlichen Klassikern, den ich immer wieder gerne neu verkoste.

Ron Matusalem Reserva Solera 15 bestellen!

 

In aller Kürze: Übersicht, Vergleich und Empfehlungen

Hier findest du die 5 besten Rumsorten für Einsteiger mit den wesentlichen Infos noch mal in aller Kürze gegenübergestellt.

Daran anschließend habe ich weiterführende Empfehlungen neben jeden Rum gestellt, die geschmacklich auf diesem aufbauen oder ihm ähneln. Wenn dir einer der hier vorgestellten Rumsorten für Einsteiger und Neugierige besonders gefällt, bekommst du damit weiterführende Entdeckungs-Tipps gereicht.

Name Herkunft Fasslagerung Nase Mund Finish Bei Gefallen probiere auch
El Dorado 12 Years Guyana mindestens 12 Jahre Holz, Vanille, Melasse, Tabak, Leder, Weihnachtsgewürze schwer und ölig, Holz, Vanille, Melasse, Tabak, Leder, Weihnachtsgewürze lang und würzig El Dorado 15 Years
Ron Botucal Reserva Exclusiva Venezuela bis zu 12 Jahre Vanille, Toffee, Karamell, Schokolade, Kaffee schwer und ölig, komplexe Süße, Zimt, Schokolade, Kaffee, Vanille lang und süß Pampero Aniversario
Plantation Barbados 5 Years Barbados bis zu 6 Jahre Vanille, Melasse, Karamell, Leder, Banane, Kokos, Zimt, Muskat vollmundig und fruchtig-süß, Vanille, Melasse, Karamell, Leder, Banane, Kokos, Zimt, Muskat, Zitrus mittellang, süß, fruchtig-würzig Plantation XO 20th Anniversary
Malteco Añejo Suave 10 Years Guatemala bis zu 10 Jahre Vanille, Schokolade, exotische Gewürze mittelsüß, fruchtig-würzig, Vanille, Schokolade, Rosinen, leichte alkoholische Schärfe mittellang, warm, lieblich Ron Zacapa Sistema Solera 23
Matusalem Reserva Solera 15 Dominkanische Republik bis zu 15 Jahre süß und würzig. Vanille, Melasse, Backpflaumen, Karamell mäßig süß, fruchtig, würzig lang und trocken Ron Quorhum 15 Jahre

Fazit

Den Rum gibt es nicht. Jeder Rum schmeckt anders, je nachdem, woraus er gemacht wurde, wie er destilliert wurde, wo und wie lange er gelagert wurde. Trotzdem gibt die jeweilige Herkunftsregion den Rumsorten eine gemeinsame Note.

Bei einem Rum-Tasting gibt es zwar einige Dinge zu beachten –von der Essenswahl davor bis zur Wahl der Tasting-Gläser–, da sie Einfluß auf das Tasting-Erlebnis haben. Und sicherlich wirst du einige Versuche brauchen, bis du deine Sinne für die feinen Rum-Aromen geschult hast. Aber das Wichtigste beim Tasting ist der Genuss. Der und die Freude am Entdecken und Kennenlernen sollten immer im Vordergrund stehen! Und dafür brauchst du kein Rum-Profi zu sein. 😉

Du hast nun 5 tolle Rumsorten kennengelernt, die sich alle hervorragend als Einstieg in die Welt des Rums eignen sowie weiterführende Rum-Tipps erhalten, die dir das tiefere Eintauchen erleichtern. Solltest du Fragen haben, die hier nicht beantwortet worden sind, schreib mir gerne! Ich würde mich freuen, von dir zu hören!

Ich wünsche dir viel Freude und Genuss beim Probieren und Entdecken der 5 besten Rums für Einsteiger und Neugierige!

Welcher Rum der Liste ist dein Favorit? Fehlt dir ein bestimmter Rum bei der Auswahl? Gibt es weitere Rumsorten, die wir unbedingt probieren sollten? Hast du noch weitere Tipps und Tricks für uns? Lass es uns wissen!

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  1. Marcus Braeger

    Hey Thomas,
    auch wenn das den Einsteiger vielleicht nicht sofort interessiert und zudem aus der Abteilung Rum-Motzen kommt, hat die Erkenntnis, dass da Zucker im Rum ist, die Gemeinde der Connaisseure in den letzten Jahren in helle Aufruhr versetzt. Während bei Whiskey, Cognac, Gin und co strenge Regularien die Beigabe von Zusatzstoffen kontrollieren – nämlich keine – könnte die Rumproduktion auch unter dem Titel „Blood, Sugar, Sex, Magic“ laufen. Die Altersangaben im „Solera-System“ sind irreführend und die Beigabe von Zucker, Farbstoff und künstlichem Vanillin eher die Regel. Das führt dazu, dass viele „Premium-Rums“ austauschbar nach Weihnachten schmecken. Offensichtlich glaubt die Industrie, dass das dem Kundenwunsch entspricht: Je höher die Altersangabe, desto süßer und dunkler muss der Rum schmecken.
    Bei deiner Auswahl ist auch Zucker mit im Spiel:

    El Dorado 12 41 Gramm/Liter
    Botucal Reserva 44 Gramm/Liter Zucker und 4,8 mg/L Vanillin
    Plantation Barbados 5 nix gefunden
    Malteco 10 nix gefunden
    Matusalem 15, bis 5 Gramm/Liter Zucker

    Quellen:
    http://durhum.com/here-we-rum/
    http://rumproject.com/rumforum/viewtopic.php?t=1683
    http://thefatrumpirate.com/hydrometer-tests-2

    Dazu wird gerne noch Glycerin beigemischt. Das überdeckt Alkoholschärfe und Fehltöne des Destillats.

    Über das Thema läßt sich natürlich trefflich streiten. Alexandre Gabriel, Chef von Plantation, vertritt die Meinung, dass das Nachzuckern traditionell genauso zum Rummachen gehört wie das Brennen und dazu ähnlich schwierig sei. Seine Rum-Range weißt folgerichtig auch sehr unterschiedliche Zuckergehalte auf. Anderseits sei zum Vergleich gesagt, dass in Deutschland alles was mehr als 100 Gramm Zucker pro Liter hat als Likör deklariert werden muss. Um die 40 Gramm finde ich da schon sehr viel.

    Aber, sollen sie doch machen, was sie wollen, solange sie am Ende draufschreiben was drin ist. Das wäre fair!

    Beste Grüße

    Marcus aus der Minibar

    • Hallo Marcus,

      vielen Dank für deinen ausführlichen und informativen Kommentar!

      Ich stimme dir vollkommen zu: Über das Thema lässt sich trefflich und ausdauernd diskutieren. 😉

      Bislang gibt es nur vereinzelte und regionale Produktionsvorschriften bei Rum, z.B. bei Rhum agricole, auf Barbados oder Jamaica.

      Mir persönlich macht Zucker im Rum nicht per se etwas aus, wichtiger ist mir, dass das Resultat ausgewogen und stimmig ist. Und das ist meiner Meinung nach bei allen hier vorgestellten Rums der Fall.

      Es gibt andere Rums, die ich absolut niemandem empfehlen würde, gerade weil sie aufgrund von Zusatzstoffen eintönig süß und vanillig schmecken, aber auch diese Rums haben viele treue Fans…
      Es ist und bleibt also letztendlich eine Geschmacksfrage.

      Aber seitens der Produzenten sind eine allgemeine Kennzeichnungspflicht bezüglich Zusatzstoffen im Rum sowie eine einheitliche und eindeutig nachvollziehbare Altersangabe, wie es z.B. bei Whisky der Fall ist, in jedem Fall lange überfällig!

      Viele Grüße in die Minibar!
      Thomas

      • Marcus Braeger

        Hey Thomas,
        das alles schon immer Geschmacksache war und bleiben sollte denke ich auch. Was dann aber schmeckt findet mensch am besten im Vergleich heraus. Ich mache es konkret und lade Dich zum Rum/Ron/Rhum Tasting in der Minibar ein, bzw wir beide machen zusammen ein Tasting für alle die rumtrinken äh Rum trinken wollen. Bist du dabei?

        Die Flaschen sind seit heute auch in der Bar geöffnet:
        Dos Maderas 5+3
        Clement Rhum VSOP
        New Grove 8y
        Trois Rivières Cuvee

        Beste Grüße Marcus

        • Hallo Marcus,

          die Einladung nehme ich gerne an! Ich melde noch mal per E-Mail bei dir, damit wir die Einzelheiten absprechen können.

          Viele Grüße in die Minibar
          Thomas

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