Warschauer Craft Beer Festival "Warszawski Festiwal Piwa"
CRAFT BEER GENIESSEN POLEN

Craft Beer Festival in Warschau

Zu Besuch auf Polens größtem Craft Beer Festival

Jedes Jahr im Mai und September findet in Warschau das Craftbier-Festival „Warszawski Festiwal Piwa“ (WFP) statt. Das größte Bierfestival Polens lockt dabei regelmäßig 20 000 Besucher an und ist meiner Meinung nach eines der interessantesten Europas. Ich habe mich auf dem WFP umgesehen und die wichtigsten Dinge über das Festival für dich zusammengefasst.

Polens Craft Beer-Szene gehört zu den innovativsten Europas. Jedes Jahr trägt sie eine schier unglaubliche Vielfalt an neuen Bieren in die Öffentlichkeit und verbleibt dabei auf einem insgesamt hohen Niveau. Dementsprechend legen viele Bierfestivals in Polen den Fokus auf die heimische Bierlandschaft. Das „Warszawski Festiwal Piwa (WFP)“ ist das größte unter ihnen. Im VIP-Bereich des innenstadtnahen Stadions „Wojska Polskiego“, in dem sonst der Fußballverein „Legia Warschau“ seine Heimspiele bestreitet, findet drei Tage lang ein Craft Beer Festival der Superlative statt.

Ein Festival der Superlative

50 der besten Craft Beer-Brauereien des Landes sind von den Veranstaltern ausgewählt worden, auf dem WFP ihre Biere zu präsentieren. Dabei werden pro Brauerei durchschnittlich 14 verschiedene Biere ausgeschenkt, unter diesen jede Menge Premieren-Sude. Einziger ausländischer Ehrengast ist Mikkeller. Große Industriebrauereien und deren Partner sind unerwünscht.

Paweł Leszczyński und Jacek Materski, die beiden Gründer und Organisatoren des normalerweise zweimal jährlich stattfindenden WFP und beide tief in der polnischen Craft Beer-Bewegung verwurzelt, haben das Festival als eine Art großes Klassentreffen von Craft-Brauern aus Polen angelegt, dem Bierliebhaber aus aller Welt beiwohnen können und auf dem der Austausch und der gemeinsame Genuss im Vordergrund stehen. Dementsprechend gibt es keine Wettbewerbe auf dem Festival, dafür aber jede Menge Bier-Seminare, Podiumsdiskussionen, Kickertische und Flipperautomaten sowie ein ganzes Food-Truck-Dorf mit Zelten zum gemütlichen Beisammensitzen.

Es ist wohl diesen Grundgedanken zu verdanken, dass sich das Festival trotz seiner 20 000 Besucher und stetig wachsender Beliebtheit eine familiäre Atmosphäre bewahren konnte. Bei aller Betriebsamkeit sollte immer Zeit für ein Schwätzchen bleiben, so lautet eine Maxime von Leszczyński und Materski. Und dieser Gedanke scheint aufzugehen: Egal, zu welchem Stand man geht, stets stehen Brauer oder gar die Chefs selbst am Zapfhahn und -bereit, Fragen zu beantworten oder eine Runde über das gerade probierte Bier zu fachsimpeln.

Bierauswahl auf dem WFP

Und Gelegenheit hierzu gibt es reichlich. Mehr als 700 verschiedene Fassbiere werden im Laufe des Festivals ausgeschenkt, hinzu kommen noch mal etwa 500 Flaschenbiere.

Kleine Kostprobe gefällig?: Wie wäre es mit einer Wassermelonen Gose? Vielleicht ein Sour Ale mit Mango und Maracuja? Oder doch lieber ein IPA, gebraut mit den Nadeln und Zapfen von dreierlei Tannenarten? Ein Grodziskie mit geräucherten Pflaumen? Ein Strawberry Milkshake IPA? Ein Belgisches Trippel mit anschließender Reifung im Calvados-Fass? Oder das im Islay-Fass gelagerte RIS? Die Auswahl an spannenden Bieren ist überwältigend und unterstreicht einmal mehr die Experimentierfreude der polnischen Craft-Brauer. Sie ist auch einer der Hauptgründe, warum das Festival zweimal jährlich so erfolgreich stattfinden kann und viele der 20 000 Besucher bei jeder Ausgabe dabei sind.

Bei den Brauereien ist das Festival nicht nur ob der Masse an Besuchern so beliebt, sondern auch seiner stetig steigenden internationalen Fachbesucher wegen. Und schließlich ist es für viele so etwas wie ein Klassentreffen der polnischen Craftbier-Szene. Ständig werden Hände geschüttelt, die Biere der anderen Brauereien verkostet und neue Ideen ausgetauscht.

Essen auf dem WFP

Auch die Auswahl der Essensstände wurde von den Veranstaltern sorgsam durchdacht. Vor dem Eingang des Stadions ist ein großes Ensemble der auch in Polen enorm populären Street-Food-Szene am Start. Ob vegetarische Burger, Steinofenpizza aus dem Food Truck, Sushi, über offenem Feuer gegrillte Wurst oder frittierte Piroggen: Auch hier ist die Auswahl enorm vielfältig.

Fazit

Das Konzept des WFP, eine Auswahl der besten ihres Faches zusammenzubringen – seien es nun Craft-Brauer oder Street-Food-Köche – und innerhalb dieser Auswahl auf Vielfalt zu setzen sowie auf unnötige Konkurrenz zu verzichten, ist ebenso einfach wie genial und sorgt für begeisterte Besucher und zufriedene Aussteller. Auf dem WFP gibt es nicht das eine beste Bier, auch nicht die drei oder fünf besten Biere. Dafür hier gibt es hier für jeden Besucher neue Lieblingsbiere zu entdecken!
Und wo ich gerade so darüber nachdenke, weiß ich eigentlich auch schon genau, mit welchem Bier das Festival für mich enden soll. Ich habe da so ein Barrel Aged Braggot entdeckt, bei dem ich nach jedem Schluck über das ganze Gesicht grinsen muss, so gut ist das.

Das WFP in aller Kürze

  • Das „Warszawski Festiwal Piwa“ findet zweimal im Jahr, jeweils im Frühling und Herbst, statt und dauert drei Tage
  • Es ist das größte und bedeutendste Bierfestival Polens mit über 50 Brauereien und ca. 20 000 Besuchern aus aller Welt
  • Im Fokus des Festivals steht polnisches Craft Beer
  • Kosten: Eintritt Tagesticket: 10 Złoty (ca. 2,50€); 3-Tagesticket: 20 Złoty (ca. 5€); Premium-Ticket mit limitiertem Festivalbierglas: 72 Złoty (ca. 17€); Biersamples (100ml): ab 5 Złoty (ca. 1 Euro)
  • Nächster Festivaltermin: 24.-26. Mai 2018
  • Tickets und weitere Infos
  • Tipp: Das Gläsersystem ist anders als auf deutschen Bierfestivals üblich: Du musst vor Ort ein Glas kaufen. Falls du das nicht möchtest, unbedingt eins mitbringen oder du musst mit Plastikbechern vorliebnehmen
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