Writers Tears Irish Whiskey
SPIRITS Whisky & Whiskey

Auf ein Glas: Writers Tears Whiskey

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Der Writers Tears Whiskey im Test

In der Reihe „Auf ein Glas“ verkoste ich in regelmäßigen Abständen High-End-Spirituosen und stelle sie dir vor.

Heute im Test: Writers Tears Whiskey aus Irland

(Dieser Artikel enthält Partnerlinks zu Rum&Co. Weitere Infos dazu findest du hier.)

Writers Tears Irish Whiskey

Auf einen Blick:

  • Ursprungsland: Irland
  • Hersteller/Abfüller: Hanschell Inniss Ltd
  • Stil: Vermählung von Single Pot Still & Single Malt Whiskeys aus einer Brennerei
  • Alter: jüngster Whiskey mindestens 2 Jahre
  • Alkoholgehalt: 40% vol.
  • Farbstoff: nein
  • Zucker: nein
  • Allergene: nicht bekannt

Herkunft und Herstellung

Der Writers Tears Whiskey kommt aus Irland. Da irische Whiskeys mit einem „e“ vor dem „y“ geschrieben werden, behalte ich diese Schreibweise hier bei.

Irland liegt in Sachen Whiskey zwar deutlich hinter seinem Nachbarland Schottland zurück, kann jedoch ebenfalls mit einigen tollen Whiskeys aufwarten.

Einer dieser edlen Tropfen hört auf den glanzvollen Namen „Writers‘ Tears“.

Er ist ein Verschnitt von Single Pot Still Whiskeys und Single Malt Whiskeys.

Single Malt Whiskeys sind Whiskeys, die aus einer einzigen Brennerei stammen – also keinen Verschnitt aus Sorten verschiedener Brauereien darstellen – und die ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt werden.

Als Single Pot Still Whiskeys werden irische Whiskeys bezeichnet, die aus einer Mischung aus gemälzter- und ungemälzter Gerste in einer Pot-Still-Destillerie in einer einzigen Brennerei erzeugt wurden.

Der Hauptsächliche Unterschied der beiden Whiskey Arten besteht also in dem Einsatz von ungemälzter Gerste bei den Single Pot Still Whiskeys. Die ungemälzte Komponente gibt den Single Pot Still Whiskeys eine vollmundigere Textur sowie etwas mehr Würzige als sie seine schottische Kollegen besitzen.

Pot Stills sind große Kupferblasen, in denen der Whiskey in diesem Fall dreimal destilliert wird. Der Alkohol wird dabei aus der vergorenen Flüssigkeit verdunstet und dann wieder zur flüssigen Form kondensiert.

Der Writers Tears Whiskey ist eine Vermählung verschiedener Whiskeys dieser beiden Typen.

Für den Whiskey wurden Whiskeys verschiedenen Alters vermählt, die allesamt in amerikanischen Eichenholzfässern, die zuvor mit Bourbon Whiskey belegt waren, gereift sind.

Leider habe ich keine eindeutigen Altersangaben gefunden. Der jüngste Whiskey scheint aber mindestens 2 Jahre alt zu sein. Auch zum Verhältnis der Single Pott Still Whiskeys zu den Single Malt Whiskeys habe ich keine Informationen gefunden.

Der Writers Tears Whiskey wird eine längliche, unscheinbare Flasche abgefüllt und ist auch im Labeldesign sehr schlicht gehalten.

Tastingnotizen Writers Tears Whiskey

Im Glas: Im Glas präsentiert sich der Writers Tears Whiskey hell-bernsteinfarben.

Da der Writers Tears Whiskey wie die allermeisten der irischen Whiskeys luftgedarrt ist, weist er kein rauchiges Torfaroma auf, das viele seiner schottischen Kollegen prägt.

Stattdessen kommen die Getreidearomen hier mehr zum Tragen. Aber auch die Fassaromen der ehemaligen Borubon-Fässer sind deutlich wahrnehmbar. Vor allem die Vanille ist hier wundervoll sanft und unaufdringlich in das Gesamtgefüge der Aromen eingebunden.

Sowieso ist sanft das Wort, das am besten beschreibt, was sich hier in der Nase bündelt. Der Writers Tears Whiskey kommt absolut rund und ohne Ecken und Kanten daher. Im Gegenteil, die einzelnen Aromen sind wunderbar harmonisch eingebunden.

Bei einem zweiten Schnuppern nehme ich auch fruchtige Noten von roten Beeren wahr.

Die 40% Alkohol sind in der Nase kaum wahrnehmbar.

Ich hatte aufgrund der Tatsache, dass Single Pott Still Whiskeys in der Regel etwas würziger sind, diese Aromen auch in der Nase erwartet. Aber vielleicht sind diese Noten bei der Vermählung der Single Pott Still Whiskeys mit den Single Malt Whiskeys untergegangen.

Das schadet dem Gesamteindruck indes nicht im Geringsten. Der Writers Tears Whiskey kann mich im Glas nämlich vor allem durch seine Sanftheit und Ausgewogenheit überzeugen.

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Im Mund: Im Mund behält der Writers Tears Whiskey die in der Nase so auffallende Balance weitestgehend bei.

Allerdings machen die 40% Alkohol hier auf sich aufmerksam und bringen eine leichte Schärfe in das aromatische Gesamtgefüge, die sich vor allem auf der Zunge bemerkbar macht.

Doch trotz der deutlich wahrnehmbareren Schärfe, zeigt sich der Writers Tears Whiskey insgesamt sehr weich. Er ist sogar eine Spur süßer als in der Nase. Auch die Vanille ist ausgeprägter.

Finish: Der Writers Tears Whiskey hat ein mittellanges, warmes Finish. Hier sind auch die Getreidenoten wieder deutlich präsent. Diese werden auf eine sehr angenehme Art und Weise von der Vanille abgelöst, die am längsten nachhallt.

Insgesamt besitzt der Writers Tears Whiskey ein auffallend süßes, weiches Finish. Dieses ist jedoch in keinster Weise künstlich, sondern im Gegenteil authentisch und angenehm.

Verkostungsergebnis des Writers Tears Whiskey

Mich hat der Writers Tears Whiskey zunächst vor allem aufgrund seines Namens angesprochen und neugierig gemacht.

Gleichzeitig hatte ich eine gewisse Befürchtung, dass dahinter nur cooles Marketing steckt und kein Whiskey, der dem klangvollen Namen gerecht wird.

Diese Befürchtung war jedoch komplett unnötig!

Der Writers Tears Whiskey ist ein wirklich toller Whiskey, der vor allem mit dem gelungenen Spagat zwischen Charakter und Ausgewogenheit überzeugt.

Die einzelnen Aromen sind wunderbar in die Gesamtkomposition eingebunden. Es macht einfach Freude, diese Aromen zu erschnuppern und dann nachzuverfolgen, wie diese ins große Ganze integriert sind.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Bei der Alterbezeichnung hätte ich mir eine klare Angabe gewünscht.

Geschmacklich hat mich hier die Kombination aus floraler Fruchtigkeit und warmen Fassaromen begeistert.

Mir gefällt die unaufdringliche Verspieltheit dieses Whiskeys, die gleichzeitig auf Harmonie fußt.

So betrachtet könnte man den Writers Tears Whiskey durchaus als geschmacklichen Capoeira-Meister beschreiben.

Aufgrund seiner feinen Aromen und der ausgeprägten Sanftheit, eignet sich der Writers Tears Whiskey hervorragend für den puren Genuss.

Tipp: Auch auf Eis kann der Writers Tears Whiskey voll und ganz überzeugen. Kälte und Schmelzwasser nehmen der Vanille ihre Dominanz, dafür treten die Getreidearomen in den Vordergrund. Es ist spannend, sich ein und demselben Whiskey auf so unterschiedliche Art und Weise zu nähern.

Hier findest du weitere Infos zum Writers Tears Whiskey.

Der Writers Tears Whiskey ist für dich wenn:

  • Du einen seltenen Vertreter von vermählten Single Pott Still Whiskeys und Single Malt Whiskeys kennenlernen möchtest
  • Du ausgewogene, unaufdringliche Whiskeys zu schätzen weißt
  • Du Lust hast, dich mit Aromen zu beschäftigen, die sich nicht sofort offenbaren
Writers Tears Irish Whiskey

Klingt spannend, ist aber nicht das, wonach du gerade suchst? Bestimmt wirst du in meiner Reihe „Auf ein Glas“ fündig! Dort verkoste ich regelmäßig High-End-Spirituosen und stelle sie dir vor.

Alternativ bietet dir ein irisches Whiskey Tasting Set die spannende Möglichkeit, mehrere irische Whiskeys kennenzulernen und diese miteinander zu vergleichen.

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