La Capilla Bar in Tequila
BARS MEXIKO Tequila

Eine Batanga in Tequila

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Zu Besuch in der legendären La Capilla Bar im Herzen Mexikos

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Tequila ist wohl beinahe jedem erwachsenen Menschen ein Begriff. Weit weniger Menschen wissen, dass Tequila nicht nur eine Agaven-Spirituose ist, sondern auch eine Stadt. Tatsächlich wurde das Getränk nach der Stadt benannt, die das Zentrum seiner Produktion ist.

Tequila ist eine Kleinstadt mit etwa 30 000 Einwohnern im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Sie wurde 1530 gegründet.

Durch die Tequilaproduktion ist sie zu beträchtlichem Wohlstand gelangt und hat sich ihr bauliches Kolonialerbe in einem ausgezeichneten Zustand bewahrt.

Tequila in Mexiko

Tequila ist eine alte und traditionsbewusste, jedoch zugleich auch bunte und lebendige Stadt.

Aufgrund der vielen Tequila-Destillerien kommen viele Touristen in die Stadt.

Es ist unschwer zu erraten, dass sich in Tequila alles um Tequila dreht.

Er kann in den Destillerien vor Ort oder in vielen Restaurants und Bars der Stadt verkostet werden. Dort wird er in unzähligen Varianten angeboten. Doch während es viele gute Orte für einen Tequila in der Stadt gibt, hat es eine Bar mit ihrer Kreation zu Weltruhm gebracht.

La Capilla Bar

Die La Capilla Bar ist die älteste Bar in Tequila. Sie ist eine einfache und irgendwo auch urtypisch mexikanische Bar, obwohl sie nicht alle Klischees einer mexikanischen Cantina erfüllt – oder zumindest nicht mehr. Es fehlen die Schwingtüren und auch schumrig ist die “Kapelle”, so die Übersetzung von “La Capilla”, nicht.

Im Gegenteil, die Türen sind weit geöffnet und lassen viel Licht in die kleine Eck-Bar herein. Auch das Publikum ist aufgrund des internationalen Bekanntheitsgrades der Bar bunt gemischt.

Das Innere der La Capilla Bar hingegen entspricht voll und Ganz einer Cantina. Hier scheint die Zeit stillzustehen.

Ein einfacher, uralter Tresen mit einigen etwa altersgleichen Hockern davor, ein paar einfache Plastiktische und -stühle, die Wände tapeziert mit Postern, Bildern und Pokalen aller Art. In der Ecke ein alter Fernseher, auf dem irgendein US-amerikanischer Actionfilm läuft. Eine noch ältere Stereoanlage liefert die Musik.

Und über dieser ganzen Szenerie summen und schwanken staubige Deckenventillatoren und verteilen Gerüche und Geräusche unter den Besuchern.

La Capilla Bar in Tequila

Die La Capilla Bar hat ihren internationalen Bekanntheitsgrad vor allem der wiederholten Wahl in die Liste der besten Bars der Welt zu verdanken. Das Ranking wird alljährlich von verschiedenen Fachzeitschriften und Organisationen wie z.B. dem “Drinks International Magazine” durchgeführt.

La Batanga

Der Drink, mit dem die La Capilla Bar immer wieder unter den besten Bars der Welt landete, heißt La Batanga und ist ein klassischer Longdrink.

Er besteht aus weißem Tequila, mexikanischer Cola (diese wird hauptsächlich mit Rohrzucker gesüßt) und frisch gepresstem Limettensaft auf Eis, in einem großen Highball-Glas mit Salzrand serviert.

Verrührt wird das ganze mit demselben großen Fleischmesser, mit dem auch die Limette geschnitten wurde und das in der Bar angeblich auch zum Schneiden für Avocados, Chilis und alle möglichen weiteren Dinge benutzt wird.

Dieser Vorgang ist laut Don Javier Delgado, der den Cocktail höchstwahrscheinlich in den 1950er Jahren in der La Capilla Bar erfand, essenziell, da der Drink dadurch das gewisse Etwas gewinne.

Ob das so stimmt und wenn ja, auch heute noch so praktiziert wird, kann ich nicht beurteilen. Bei meinem Besuch war das große Messer zwar präsent, allerdings wurde es ausschließlich zum Schneiden von Limetten verwendet.

La Capilla Bar in Tequila

Ich könnte mir, wenn überhaupt, eher vorstellen, dass die Schneideunterlage, sofern diese auch beim Schneiden anderer Lebensmittel genutzt wird, den Geschmack leicht beeinflussen könnte.

Geschmeckt habe ich jedenfalls keine Aromen, die nicht durch die drei Hauptzutaten Tequila, Cola und Limette in den Drink gelangt wären.

Benannt wurde die Batanga übrigens nach einem Freund von Don Javier. Dieser war sehr klein, sehr dick und sehr trinkfreudig. “Deshalb riefen wir ihn nach einem kurzen und eher breiten Kanu, das früher auf den Philippinen zum Einsatz kam”, wie Don Javier berichtet.

Don Javier hat die La Capilla Bar über 60 Jahre gemanagt und ihr ein Gesicht verliehen. Mittlerweile sitzt er im Rollstuhl und hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Sein Sohn leitet nun die Bar.

Das Rezept der La Batanga aber ist immer noch dasselbe wie in den 1961 und wird es wohl auch noch in tausend Jahren sein.

La Batanga Cocktail Rezept

Auch wenn laut Don Javier die Batanga erst durch sein geheimnisvolles, großes Fleischmesser zur vollendeten Batanga wird und ich dir einen Besuch in der La Capilla Bar in Tequila aufgrund der einmaligen Atmosphäre nur ans Herz legen kann, lohnt es sich, den Drink zuhause zu mixen.

Das verkürzt nicht nur die Zeit bis zur tatsächlichen Mexikoreise, sondern schmeckt auch einfach verdamt gut und macht sich prima auf Parties.

Hier ist das Rezept der La Batanga aus der La Capilla Bar in Tequila zum Nachmixen:

  • Etwa 5cl Tequileño Blanco oder anderer weißer Tequila
  • Saft einer Limette (wenn die Limette nicht saftig ist, eventuell eine zweite auspressen)
  • Coca Cola oder andere koffeinhaltiges, cola-artiges Sodagetränk
  • Grobkörniges Salz
  • große Eiswürfel (sie sollten massiv sein und nur langsam schmelzen)
  • Ein Highball-Glas oder ein anderes hohes Glas
  • Ein Messer
La Capilla Bar in Tequila

So gehst du vor:

1. Befeuchte den Glasrand zunächst mit der Limette und stülpe ihn dann in eine Schale mit dem grobkörnigem Salz

2. Fülle das Glas mit den Eiswürfeln und gieße den frisch gepressten Limettensaft ins Glas

3. Fülle das Glas nun zu etwa zwei Dritteln (etwa 5cl) mit Tequileño Blanco oder einem anderen weißen Tequila auf

4. Gieße den Rest mit der Cola auf und rühre dann mit demselben Messer, mit dem du die Limette geschnitten hast, den Inhalt des Glas ein paar Mal vorsichtig um.

Voilà, du hältst die Batange, einen simplen, aber ausgezeichneten Cocktail in der Hand!

¡Salud!

Fotocredit Beitragsbild: ©Gabriella Porter auf www.saveur.com

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