Craft Beer Kanaren
BIER SPANIEN

Craft Beer auf Teneriffa

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Mikrobrauereien auf Teneriffa

Teneriffa ist die größte der insgesamt sieben Kanarischen Inseln. Sie hat auch die meisten Einwohner. Daher ist es kaum verwunderlich, dass sich hier auch die meisten Craft-Beer-Brauereien der Kanaren finden.

Insgesamt neun sind es an der Zahl. Das klingt zunächst wenig. Wenn man aber weiß, mit welchen Schwierigkeiten die kleinen Brauereien der kanarischen Inseln zu kämpfen haben, ist es erstaunlich, dass es fast zwei Handvoll Mikrobrauereien allein auf Teneriffa gibt, die diesen Widrigkeiten trotzen und es schaffen, erfolgreich zu wirtschaften.

Da ist zum einen die Insellage, die in diesem Fall gleich zwei negative Faktoren bedingt. Zum einen werden die Kanaren, obwohl ein Teil Spaniens, steuerrechtlich als Drittland behandelt. Das bedingt einen erschwerten Zugang der lokalen Craft Beer Brauereien zum spanischen Markt.

Zum anderen ist der lokale Markt begrenzt. Es gibt halt nur sieben Inseln und insgesamt weniger als 1 Million Einwohner, von denen die Mehrzahl Bier bislang nicht als edles Getränk, sondern als günstiges alkoholisches Strandgetränk wahrnimmt.

Wie die Gegebenheiten vor Ort genau sind und wie die Brauereien ihren eigenen Weg zu gehen versuchen, erfährst du in diesem Artikel über Craft Beer auf den Kanarischen Inseln.

Craft Beer Brauereien auf Teneriffa

Kommen wir nun aber zu den Akteuren selbst. Wie bereits gesagt, gibt es neun Mikrobrauereien auf Teneriffa. Ich habe für diese Kurzporträts mit allen ausführliche Interviews geführt.

Zwei der Mikrobrauereien auf Teneriffa haben keine eigene Brauanlage und mieten sich als Wanderbrauer in verschiedenen Brauereien der Kanaren ein. Sie sind hier dennoch mit aufgeführt, da sie ihren Lebensmittelpunkt auf Teneriffa haben und sich als Brauereien von Teneriffa verstehen.

Die wenigsten Mikrobrauereien auf Teneriffa haben einen angeschlossenen Taproom. Viele sind reine Produktionsstätten und können nicht ohne Termin besucht werden. In meinem Artikel “Craft Beer Bars auf Teneriffa” stelle ich dir deshalb einige schöne Orte auf der Insel vor, wo du die neuesten Biere der lokalen Mikrobrauereien probieren kannst.

Agüita

Craft Beer Kanaren Agüita

Agüita ist kanarischer Slang für etwas sehr Krasses oder Cooles. Gleichzeitig ist es das Diminutiv für ein Glas Wasser sowie der Name eines der jüngsten Zuwächse der kanarischen Craftbier-Landschaft.

Erst seit Oktober 2017 am Markt, haben sich die Biere von Agüita bereits fest in der Szene etabliert. „Uns ist der Einstieg so leicht gefallen, weil wir bereits seit 2005 als Heimbrauer unterwegs sind und unter anderem den ersten Homebrewer-Wettbewerb der Kanaren 2014 für uns entschieden haben“, sagt Enrique Arocas, der Agüita  zusammen mit Aurelio Gutiérrez und Pedro Baussou gegründet hat.

Im März 2018 folgte dann ein Paukenschlag: Carlos Alvarez, der Gründer von „Gambrinus“ stattete den dreien einen Besuch ab und lud sie ein, zu Ehren der 300-Jahresfeier von San Antonio/Texas, das von kanarischen Einwanderern gegründet wurde, einen Kollaborationssud mit „Shiner“ zu brauen.

Trotz der großen Erfolge in so kurzer Zeit, wollen die Jungs am Boden bleiben.  „Außer Pedro, der Vollzeit in der Brauerei arbeitet, haben wir unsere Jobs als Ingenieure beibehalten. Die kanarische Craft-Beer-Szene ist noch zu klein, um mit unseren Produkten genug Geld für uns drei verdienen zu können“, so Aurelio.

Als Ingenieure haben sie den Großteil ihrer Brauerei selbst entworfen und die Anlagensteuerung selbst programmiert. Pedro, der in seinem früheren Leben Autos verkauft hat, kümmert sich auch bei Agüita um den Verkauf. Aber brauen, das machen die drei noch zusammen. „Wir haben einfach alle so viel Spaß daran und können uns diesen Luxus bei unserer Größe meistens noch leisten“, lacht Pedro.

Ihre Biere stehen hoch im Kurs bei den heimischen Bierfans und wer in einer Bar auf Teneriffa nach einem „Agüita“ fragt, bekommt bereits öfter eines ihrer Biere als ein Gläschen Wasser gereicht.

Wo: Santa Cruz de Tenerife; Website

Chutney

Craft Beer Kanaren Chutney

Chutney ist eine der bekanntesten Mikrobrauereien Teneriffas. Sie wurde 2013 von Daniel Mayato und seiner Frau Esther Pérez gegründet. Die beiden hatten vorher bereits einige Jahre zu Hause halbprofessionell gebraut. Als Esther dann arbeitslos wurde, beschlossen sie, alles auf eine Karte zu setzen.

Allerdings war der Start alles andere als einfach, da die Banken ihnen keinen Kredit geben wollten. Zum Dank sind alle Biere ihres dauerhaft erhältlichen Portfolios nach bekannten Bankräubern benannt.

Esther und Daniel ist es gelungen, sich in relativ kurzer Zeit mit ihren Bieren einen Platz an der Spitze der kanarischen Mikrobrauereien zu erobern. Besonders ihr Imperial Stout „Dimitri“, das nur im Winter gebraut wird, ist legendär und gilt vielen als das beste Bier der Kanaren.

Gerade hat sich die Brauerei vergrößerst und ist auf eine 30 000m2 große Finka gezogen. Zusammen mit Daniels Bruder, der Bäcker ist, züchten sie dort alte Getreidesorten, die bald auch ihren Weg ins Bier finden sollen.

Esther und Daniel betreiben Chutney aus Liebe zum Bier.

Ihr Ziel ist es, sich mit dem Brauen ein einfaches, glückliches Leben zu ermöglichen. Sie sind in einer Tauschinitiative vernetzt und tauschen ihr Bier gegen andere Lebensmittel mit Gleichgesinnten. „Deshalb soll Chutney auch nicht um jeden Preis wachsen, sondern langsam und organisch“, wie Daniel sagt.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus sympathischer Bescheidenheit und hoher Qualität, die Chutney zu einer der erfolgreichsten kanarischen Craft-Brauereien macht.  

Wo: San Christóbal de La Laguna; Facebook

Jeito

Craft Beer Kanaren Jeito

„Jeito“ ist ein aus dem Portugiesischen stammendes Wort, das die Kanaren übernommen haben und das das Können und den Flow beschreibt, den jemand hat.

Wenn zum Beispiel ein 31-Jähriger zusammen mit seinem Vater eine eigene Brauerei in wortwörtlicher Handarbeit aus dem Boden stampft, dann haben die beiden „mucho Jeito“.

2016 beschließen Eresé Hernández García und sein Vater Pedro Hernández Fuentes eine eigene Brauerei zu bauen und Bier zu brauen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Eresé bringt die Leidenschaft für Bier von seiner Studienzeit in Barcelona mit nach Teneriffa und beginnt, selbst zu brauen. Schnell findet er im Heimbrauen seine große Leidenschaft, die er zum Beruf machen möchte.

Vater Pedro mag auch gerne Bier. Aber in erster Linie ist er ein Daniel Düsentrieb. Jemand, der gerne Sachen erfindet und Lösungen für Probleme austüftelt. Mit cleveren Ideen und handwerklichem Sachverstand baut er alles, von der Maischpfanne bis zum Lagertank, selbst. Auch eine Teilautomatisierung der Anlage setzt Pedro eigenhändig um.

„Die Bleche für unsere Anlage haben wir bei einer befreundeten Autowerkstatt zurechtgebogen“, lacht Eresé. „Wir sind also wirklich von vorne bis hinten ‚craft‘.“

Mittlerweile produzieren die beiden etwa 16 hl pro Monat. Hinzu kommen eine Reihe an Kollaborationen mit befreundeten Brauereien.

„Klar wollen wir irgendwann die Menge vergrößern“, sagt der Autodidakt Eresé. „Aber ehrlich gesagt ist mein vorrangiges Ziel, meine Biere zu perfektionieren. Meine Biere sind noch nicht so gut, wie sie sein könnten. Mein langfristiges Ziel ist es, die besten Biere der Kanaren zu brauen.“

Ehrgeizige Ziele also, die sich der ehrliche Selfmade-Brauer da gesetzt hat. Aber ein Blick auf all die selbstgefertigten Teile um ihn herum lassen nicht den leisesten Zweifel daran zu, dass er es ernst meint.

Wo: Los Realejos; Facebook

La Armada

Craft Beer Kanaren La Armada

„La Armada“ nennt man im Kanarischen etwas, das auf eine lustige Art gründlich in die Hose gegangen ist.

„So, wie unser erster Sud als gemeinsame Hobbybrauer“, lacht Alberto Zurita. „Da stand der Name für unsere Brauerei schon fest, bevor wie eine hatten“.

Er und Ayoze Rivero haben La Armada 2016 gegründet. Waren die beiden anfangs als Gypsy-Brauer unterwegs, haben sie im Herbst 2018 ihre eigene Brauerei am Rande der Altstadt von La Laguna eröffnet. Sie befindet sich im hinteren Teil des „Brewers Home“, einem Laden- und Barkonzept, in dem Hobbybrauer und Baristas alles finden, was das Bier- oder Kaffeeliebhaberherz höher schlagen lässt.

Alberto und Ayoze kommen aus der Homebrewer-Szene und fühlen sich dieser sehr verbunden. Sie organisieren regelmäßig Events für die Szene in ihrem Laden. Eine Schanklizenz haben die Jungs übrigens auch, es kann also verkostet werden.

Hier finden in regelmäßigen Abständen Events wie Verkostungen, Beer Food Pairings oder Brauereikurse statt.

Der Fokus von La Armada liegt auf hopfenbetonten Bieren. Bislang haben sie ein unter anderem ein American Pale Ale, ein Brown IPA und drei Single-Hop-Biere für den Markt produziert. Ähnlich wie die SHIPA-Serie der Kehrwieder Brauerei sind dabei die Grundzutaten jedes Mal gleich, nur die Hopfensorte variiert.

Die beiden Brauer experimentieren auch mit eigenen Hopfenplanzungen auf Teneriffa. Nach einigen Fehlstarts hat sich nun eine Chinook-Variante entwickelt, die mit dem Licht und dem Klima im Süden Teneriffas klarkommt. Noch befindet sich das Experiment ganz am Anfang und die Qualität der Anpflanzungen ist nicht besonders gut. „Aber unser Chinook ist auf jeden Fall komplett anders als der amerikanische Chinook“, sagt Ayoze. „Halt ein echter ‚Chinook Canario‘. Das könnte mal etwas ganz Besonderes werden.“

Ihre Experimentierfreude und die Leidenschaft, mit der die Ayoze und Alberto sich dem Thema Bier widmen, zeigt sich auch daran, dass sie als eine der ersten Brauereien Europas ein Bier unter Wasser haben reifen lassen. Sie brauten ein starkes Porter ein, von dem die Hälfte an Land und die andere Hälfte in 18 Metern Tiefe vier Monate lang auf dem Boden des Atlantiks gelagert wurde.

Anschließend konnten sich Bierfans bei zahlreichen Verkostungen im Direktvergleich davon ein Bild machen, wie die unterschiedlichen Lagerungsarten sich auf den Geschmack des Bieres auswirkten.

Wo: San Christóbal de La Laguna; Website

La Jefa

Craft Beer Kanaren La Jefa

La Jefa bedeutet “die Chefin” und ist der jüngste Zuwachs unter den Mikrobrauereien auf Teneriffa. Asunción Bosch Gutiérrez, die von allen Asun gerufen wird, hat die Brauerei 2019 ins Leben gerufen.

Asun ist studierte Biochemikerin und eine Frau, die mit La Jefa mehr erreichen will, als nur gutes Bier zu brauen.

Asun verfolgt dabei drei Ziele, die zusammen die Philosophie von La Jefa widerspiegeln:

  1. Gute Biere brauen
  2. Frauen und deren Errungenschaften sichtbarer machen
  3. Nachhaltigkeit und Biodiversität auf den Kanarischen Inseln fördern und lokale Künstler unterstützen

La Jefa ist also sowohl materielle wie auch soziale Unternehmung. Diese beiden Eigenschaften stehen für Asun nicht im Gegensatz zueinander, sondern gehören zusammen und machen eine Selbstständigkeit erst sinnvoll :

“Ich liebe das Brauen. Aber ich liebe es nicht so sehr, dass ich dafür so viel Zeit mit meiner Familie opfern würde. Natürlich muss ich von der Brauerei leben können. Wenn ich einer Sache so viel Zeit und Kraft widme, muss ein größerer Zweck als das reine Geldverdienen dahinter stehen, um auf Dauer durchzuhalten. Die Arbeit muss mich gänzlich erfüllen, sonst ist sie die Opfer nicht wert.”

Die Verknüpfung der einzelnen Erfüllungskomponenten funktioniert bei Asun so: Sie liest sich in die Geschichte einer Frau ein, die für ihre Errungenschaften kaum oder gar keine Würdigung erfahren haben. Die wichtigsten Aspekte fasst sie dann zusammen und überträgt diese auf ein neues Bier. Vom Rezept bis hin zum Etikett. Ziel ist es, die Lebensgeschichte und Errungenschaften der Frau in dem Bier zu verewigen.

So ist ihr “Wireless American IPA” beispielsweise von Hedy Lamarr inspiriert, einer Wissenschaftlerin und Schauspielerin, die trotz ihrer zahlreichen technischen Erfindungen, auf denen unter anderem W-Lan und Bluetooth basieren, zu Lebzeiten nie als Wissenschaftlerin die Anerkennung bekam, die sie verdient hätte. Sie wurde aufgrund ihrer Schönheit lediglich als Filmschauspielerin akzeptiert.

“Das passende Bier dazu war einfach zu kreieren”, erzählt Asun. “Ein American IPA, das einen aufgrund der fruchtigen Hopfenaromen einen Mangosaft suggeriert, in seinem Wesen jedoch zutiefst bitter ist, ganz so wie das scheinbar so schöne Leben von Hedy.”

Jeden Monat interviewt Asun zudem eine Frau für ihren Podcast, unterstützt lokale Künstler und setzt sich für mehr Biodiversität auf den Kanarischen Inseln ein.

Website

Larrancadilla

Craft Beer Kanaren Larrancadilla

„Das letzte Bier zu bestellen, bringt Unglück. Deshalb ordert man hier immer das vorletzte Bier, im Inselslang ‚Larrancadilla‘“, erklärt Fernando Otamendi mit einem Augenzwinkern den Namen seiner Brauerei.

Wie Fernando zum Bier kam, kann er heute gar nicht mehr so genau sagen. Irgendwann bekam er ein Craft Beer in die Hände. Davon wollte er mehr. Gab es aber nicht. Dann braue ich es eben selber, denkt sich Fernando.

Dinge selber in die Hand zu nehmen, liegt dem Macher-Typ im Blut. Also baut er 2014 sein Haus aus, um Platz für eine 3 hl kleine Anlage zu schaffen.

Circa 10 hl produziert Fernando auf dieser Anlage pro Mona, trotz Zweitjob. „Das Bierbrauen ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärt Fernando. „Dafür schaffe ich mir Zeit. Zudem bekomme ich Hilfe von meiner Frau.“

Auch die Biere, die Fernando braut, spiegeln seine Kreativität wider. So braut er etwa das erste Bier der Welt mit eingebauter Stimmgabel.

Trinkt man das Stout bis zu einer bestimmten Markierung auf der Flasche und bläst dann schräg in die Öffnung des Flaschenhalses, ertönt der Kammerton, also der Ton, der in der Musik als Ausgangston zum Stimmen der Instrumente genutzt wird.

Das außergewöhnlichste Bier von Larrancadilla ist jedoch das „Palm Honey Ale“. Es wird mit Palmenhonig von Teneriffa gebraut. Da der Zucker während der Gärung beinahe restlos verwertet wird, ist dieses Bier knochentrocken und überraschend erdig im Geschmack. Fernando ist es gelungen, den vulkanischen Boden der Insel auf erstaunliche Art in ein Bier zu bannen.

Wo: Tegueste; Facebook

Tacoa

Craft Beer Kanaren Tacoa

Tacoa ist der Dinosaurier in Sachen Mikrobrauereien auf Teneriffa. Sie ist die älteste Mikrobrauerei der Kanaren und feierte im Juni 2019 ihren 18. Geburtstag.

Die Geschichte Tacoas beginnt in Berlin. Zu Zeiten des Mauerfalls.

In den Wirren der deutschen Wiedervereinigung lernt Teresa Queipo einen Deutschen sowie deutsches Bier kennen und lieben. „Es gab da so ein Kupferbier in einer der kleinen Gasthausbrauereien in Berlin Mitte, das hat meine Vorstellung von Bier auf den Kopf gestellt“, erinnert sich Teresa.

Als die Stimmung sich in Berlin verändert und Teresa immer öfter auf der Straße beschimpft wird, beschließen die beiden, mit ihren Kindern nach Teneriffa zu ziehen, wo Teresas Familie lebt, und dort im Norden der Insel eine Brauerei zu eröffnen.

Als sie die Bank um einen Kredit bitten, werden sie zunächst für verrückt erklärt und abgewiesen. „Wir befinden uns hier mitten in einem Weinanbaugebiet“, erklärt Teresa. „Mit Bier hatte hier niemand etwas zu tun. Das war kein Handwerksprodukt für die Menschen hier.“ Teresa nutzt zum ersten Mal in ihrem Leben die guten Kontakte ihrer Familie auf der Insel. „Am nächsten Tag hat mich der Bankdirektor angerufen und gesagt, wir hätten das Geld auf dem Konto“, lacht sie heute darüber.

Zunächst entwickelt sich Tacoa in Richtung einer traditionellen deutschen Wirtshausbrauerei, mit deftigen Speisen und den dazugehörigen Bieren. Nur ihr geliebtes Kupferbier ist ein kleiner Ausreißer, ihre persönliche „Brücke“ nach Berlin. Auch heute, viele persönliche sowie betriebliche Veränderungen später, gibt es das Kupferbier noch.

„Es ist das einzige Bier, das wir nicht in Flaschen abfüllen und nur hier bei uns im Restaurant verkaufen“, erklärt Eric del Toro, Teresas Sohn.

„Als wir hier angefangen haben mit Craft Beer, da gab es den Begriff noch gar nicht“, berichtet er. „Erst als ich vor ungefähr vier Jahren zum ersten Mal mit den modernen Kreativbieren und der Szene in Berührung gekommen bin, habe ich davon erfahren. Mir war sofort klar, da müssen wir auch hin.“

Also stecken die beiden viel Zeit und Geld in die Restaurierung ihres Restaurants und der Brauerei. Erklärtes Ziel der beiden ist es, “mit Tacoa den Spagat zwischen einer Wirtshausbrauerei mit gewisser Tradition und einer modernen Craft-Brauerei zu meistern“.

Das ist ihnen gelungen. Tacoa ist die einzige Brauerei mit eigenem Restaurant auf Teneriffa. Es gibt auch einen kleinen Heimbrauershop, regelmäßige Verkostungen und Bierschulungen vor Ort.

Wo: El Sauzal; Website

Tierra de Perros

Craft Beer Kanaren Tierra de los Perros

Gegründet 2013 als erste und bis heute einzige Bio-Brauerei der Kanaren, verfolgt Brauer und Chef Juan Fernando Sanchez Fuentes einen ganzheitlichen Ansatz mit seinem Unternehmen.

 „Ich habe mein Unternehmen nicht gegründet, um damit reich zu werden, sondern weil ich das Brauen liebe und damit die Lücke zwischen Wirtschaftlichkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung schließen möchte.“

Neun verschiedene Sorten hat Tierra de Perros bislang dauerhaft im Sortiment, zwölf sollen es mal werden. Wobei eines immer nur begrenzt erhältlich sein wird und Fernandos experimentelle Spielwiese werden soll.

Gerade bastelt der studierte Önologe an einem Bier-Wein-Hybriden, der von einer in seiner Brauerei entstandenen Hefemutation getragen werden soll. Bei so viel Kreativität wundert es kaum, dass viele der spannendsten Biere der Kanaren von Tierra de Perros kommen.

Jeden Sonntag öffnet Tierra de Perros die Tore seiner Bier- und Wein-Finka für Verkostungen. Voranmeldung nötig.

Wo: Los Realejos; Facebook

Vagamundo

Craft Beer Kanaren Vagamundo

Vagamundo bedeutet Weltenbummler und beschreibt Gründer Andrés Alonso bestens.

Andrés ist gebürtiger Argentinier mit einer Leidenschaft für das Reisen. Auf einer dieser Reisen beschließt er, Europa zu seinem neuen Zuhause zu machen.

Er findet einen Job als Marketing Manager von Dorada und Tropical, den beiden größten Biermarken der Kanaren. Das ist sein Erstkontakt mit der Welt der Biere. Als er eine Zeit in Miami arbeitet, lernt er die Bierwelt von ihrer vielfältigen Seite kennen und lieben.

„Es war dort in Miami, dass ich erkannte: Das ist die Zukunft! Wenn du einmal angefangen hast, Craft Beer zu trinken, dann kehrst du nicht mehr in die Welt der langweiligen Biere zurück.“

Zurück auf Teneriffa, lässt Andrés seiner Erkenntnis Taten folgen und gründet seine eigene Biermarke. Noch als Wanderbrauer unterwegs, soll bald eine eigene Brauerei auf Teneriffa her.

Andrés ist ein Perfektionist, der penibel auf die gekühlte Lagerung und einen kühlgeführten Transport seiner Biere achtet. Seine Biere sollen klassische Vertreter leicht zugänglicher Bierstile für die Menschen auf den Kanaren sein, “um sie an Craft Beer heranzuführen, ohne sie zu verschrecken”. Deshalb gibt er den Bieren auch keine exotischen Namen, sondern benennt sie nach dem jeweiligen Stil.

Webiste

Fotocredit Beitragsbild: ©Tacoa

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