Craft Beer Kanaren
CRAFT BEER SPANIEN

Craft Beer auf den Kanarischen Inseln

Eine Übersicht

Craft Beer auf den Kanaren boomt. 2018 ist das Jahr, in dem die Craft-Beer-Szene der Inseln nicht nur stark wächst, sondern sich auch vernetzt, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Bewegung so richtig ins Rollen zu bringen.

Die Brauer und Bierliebhaber hatten und haben es immer noch nicht leicht, wenn es um die Schaffung einer eigenen Craft-Beer-Szene und den dazugehörigen Markt geht.

Da ist zum einen die Lage weitab vom spanischen Festland, die die Beschaffung von Hopfen und Malz erschwert. Hinzu kommen behördliche Regularien und steuerrechtliche Sonderbehandlungen der Kanaren.

Die Brauer und Akteure der Craft-Szene aber haben erkannt, dass sie nur gemeinsam etwas bewegen- und der jungen Bewegung Schwung und Gehör verschaffen können. So wird gerade die erste Craft-Brauer-Vereinigung der Kanaren gegründet und Gespräche mit der Inselregierung bezüglich einer Unterstützung der Entwicklung geführt.

Es geht darum, die verschieden Sektoren wie z.B. Craft-Brauereien sowie andere regionale Handwerksbetriebe mit lokalem, nationalem und internationem Tourismus zu verzahnen und einen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. Dabei müssen auch die fragilen Umweltbedingungen sowie die Ressourcen der Inseln berücksichtigt werden.

Es gibt also noch viel zu tun. Aber nichtsdestotrotz findest du bereits jetzt eine lebendige, im Aufbruch begriffene Craft-Beer-Szene auf den Kanarischen Inseln vor.

Ich habe hier exklusiv für die Leser von MojitoPapers eine Übersicht der Craft-Beer-Akteure und Hotspots erstellt. Diese Liste ist unvollständig und wird von mir nach jedem weiteren Besuch der Inseln angepasst und aktualisiert werden.

Der Inhalt gliedert sich wie folgt:

Im ersten Abschnitt findest du die Craft-Brauereien der Kanaren. Von dejenigen, die ich bereits besucht habe, findest du ein kurzes Portrait.

Im zweiten Abschnitt findest du die Craft Beer Bars, Bottle Shops und weitere Craft Beer Hotspots der Inseln in Form einer interaktiven Karte von Google Maps.

Beide Übersichten sind jeweils nach Inseln getrennt, sodass du dir schnell einen Überblick über das Geschehen in deiner Nähe machen kannst.

Bitte beachte, dass einige der Brauereien nicht einfach so besucht werden können. Kontaktiere die Brauereien also vorab, bevor du dich auf den Weg machst und vor verschlossenen Türen stehst!

Natürlich freue ich mich wie immer über Kommentare und Anregungen! Auch Ergänzungen mit weiteren coolen Orten bitte in die Kommentare. Ich werde diese dann in die Übersicht aufnehmen.

Viel Spaß beim Lesen und natürlich beim Entdecken und Genießen der Craft-Beer-Landschaft der Kanaren!

Craft Beer Brauereien auf den Kanaren

Obwohl die Craft-Bewegung noch sehr jung ist, gibt es bereits eine beachtliche Anzahl an Brauereien auf den Kanaren. Die meisten davon findest du auf Teneriffa, gefolgt von Gran Canaria. Aber auch auf Lanzarote, La Palma und La Gomera finden sich interessante, kleine Handwerksbrauereien.

Teneriffa

Agüita

Craft Beer Kanaren Agüita
Foto: © Agüita

Agüita ist kanarischer Slang für etwas sehr Krasses oder Cooles. Gleichzeitig ist es das Diminutiv für ein Glas Wasser sowie der Name eines der jüngsten Zuwächse der kanarischen Craft-Beer-Landschaft. Erst seit Oktober 2017 am Markt, haben sich die Biere von Agüita bereits fest in der Szene etabliert. „Uns ist der Einstieg so leicht gefallen, weil wir bereits seit 2005 als Heimbrauer unterwegs sind und unter anderem den ersten Homebrewer-Wettbewerb der Kanaren 2014 für uns entschieden haben“, sagt Enrique Arocas, der Agüita zusammen mit Aurelio Arocas und Pedro Baussou gegründet hat. Im März 2018 folgte dann ein Paukenschlag: Carlos Alvarez, der Gründer von Gambrinus stattete den dreien einen Besuch ab und lud sie ein, zu Ehren der 300-Jahresfeier von San Antonio/Texas, das von kanarischen Einwanderern gegründet wurde, einen Kollaborationssud mit Shiner zu brauen.

Trotz der großen Erfolge in so kurzer Zeit, wollen die Jungs am Boden bleiben. „Außer Pedro, der Vollzeit in der Brauerei arbeitet, haben wir unsere Jobs als Ingenieure beibehalten. Die kanarische Craft-Beer-Szene ist noch zu klein, um mit unseren Produkten genug Geld für uns drei verdienen zu können“, so Aurelio.

Als Ingenieure haben sie den Großteil ihrer Brauerei selbst entworfen und die Anlagensteuerung selbst programmiert. Pedro, der in seinem früheren Leben Autos verkauft hat, kümmert sich auch bei Agüita um den Verkauf. Aber brauen, das machen die drei noch zusammen. „Wir haben einfach alle so viel Spaß daran und können uns diesen Luxus bei unserer Größe meistens noch leisten“, lacht Pedro.

Ihre Biere stehen hoch im Kurs bei Bierfans und wer in einer Bar nach einem „Agüita“ fragt, bekommt bereits öfter ein Bier als ein Gläschen Wasser gereicht.

Wo: Santa Cruz de Tenerife; Web: Website

Chutney

Craft Beer Kanaren Chutney
Foto: © Chutney

Chutney ist eine der bekanntesten Craft-Beer-Brauereien der Kanarischen Inseln. Sie wurde 2013 auf Teneriffa von Daniel Mayato und seiner Frau Esther Pérez gegründet. Die beiden hatten vorher bereits einige Jahre zu Hause halbprofessionell gebraut. Als Esther arbeitslos wurde, beschlossen sie, alles auf eine Karte zu setzen. Allerdings war der Start alles andere als einfach, da die Banken ihnen keinen Kredit geben wollten. Zum Dank sind alle Biere ihres dauerhaft erhältlichen Portfolios nach bekannten Bankräubern benannt.

Esther und Daniel ist es gelungen, sich in relativ kurzer Zeit mit ihren Bieren einen Platz an der Spitze der Craft-Brauer zu erobern. Besonders ihr Imperial Stout „Dimitri“, das nur im Winter gebraut wird, ist legendär und gilt vielen als das beste Bier der Kanaren.

Gerade hat sich die Brauerei vergrößerst und ist auf eine 30 000m2 große Finka gezogen. Zusammen mit Daniels Bruder, der Bäcker ist, züchten sie dort alte Getreidesorten, die bald auch ihren Weg ins Bier finden sollen. Esther und Daniel betreiben Chutney aus Liebe zum Bier. Ihr Ziel ist es, sich mit dem Brauen ein einfaches, glückliches Leben zu ermöglichen. Sie sind in einer Tauschinitiative vernetzt und tauschen ihr Bier gegen andere Lebensmittel mit Gleichgesinnten. „Deshalb soll Chutney auch nicht um jeden Preis wachsen, sondern langsam und organisch“, wie Daniel sagt. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus sympathischer Bescheidenheit und hoher Qualität, die Chutney zu einer der erfolgreichsten kanarischen Craft-Brauereien macht.

Wo: San Christóbal de La Laguna; Web: Facebook

Jeito

Craft Beer Kanaren Jeito

„Jeito“ ist ein aus dem Portugiesischen stammendes Wort, das die Kanaren übernommen haben und das das Können und den Flow beschreibt, den jemand hat.

Wenn zum Beispiel ein 31-jähriger Mann und sein Vater eine eigene Brauerei in wortwörtlicher Handarbeit aus dem Boden stampfen, dann haben die beiden „mucho jeito“.

2016 beschließen Eresé Hernández García und sein Vater Pedro Hernández Fuentes eine eigene Brauerei zu bauen und Bier zu brauen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Eresé bringt die Leidenschaft für Bier von seiner Studienzeit in Barcelona mit nach Teneriffa und beginnt, selbst zu brauen. Schnell findet er im Heimbrauen seine große Leidenschaft, die er zum Beruf machen möchte.

Vater Pedro mag auch gerne Bier. Aber in erster Linie ist er ein Daniel Düsentrieb. Jemand, der gerne Sachen erfindet und Lösungen für Probleme austüftelt. Mit cleveren Ideen und handwerklichem Sachverstand baut er alles, von der Maischpfanne bis zum Lagertank, selbst. Auch eine Teilautomatisierung der Anlage setzt Pedro eigenhändig um.

„Die Bleche für unsere Anlage haben wir bei einer befreundeten Autowerkstatt zurechtgebogen“, lacht Eresé. „Wir sind also wirklich von vorne bis hinten ‚craft‘.“

Mittlerweile produzieren die beiden 16 hl pro Monat. „Klar wollen wir irgendwann den Ausstoß vergrößern“, sagt der Autodidakt Eresé. „Aber ehrlich gesagt ist mein vorrangiges Ziel, meine Biere zu perfektionieren. Meine Biere sind noch nicht so gut, wie sie sein könnten. Mein langfristiges Ziel ist es, die besten Biere der Kanaren zu brauen.“ Es sind also ehrgeizige Ziele, die sich der ehrliche Selfmade-Brauer da gesetzt hat. Aber ein Blick auf all die selbstgefertigten Teile um ihn herum lassen nicht den leisesten Zweifel daran zu, dass er es ernst meint.

Wo: Los Realejos; Web: Facebook

La Armada

Craft Beer Kanaren La Armada

„La Armada“ nennt man im Kanarischen etwas, das auf eine lustige Art gründlich in die Hose gegangen ist. „So, wie unser erster Sud als gemeinsame Hobbybrauer“, lacht Alberto Zurita. „Da stand der Name für unsere Brauerei schon fest, bevor wir eine hatten“. Er und sein Freund Ayoze Rivero haben La Armada 2016 gegründet.

Aber eigentlich sind sie zu dritt, ist doch Ayozes Frau Ruth Marrero auch überall dabei und unterstützt, wo sie kann. Bislang als Gypsy-Brauer unterwegs, bauen die beiden gerade fleißig an ihrer eigenen Brauerei am Rande der Altstadt von La Laguna. Sie soll im Herbst 2018 eröffnet werden.

Zu besichtigen ist sie bereits jetzt, durch das eingebaute Fenster im „Brewers Home“. Hier finden Hobbybrauer und Baristas alles, was das Bier- oder Kaffeeliebhaberherz höher schlagen lässt.

Alberto und Ayoze kommen aus der Homebrewer-Szene und fühlen sich dieser sehr verbunden. Sie organisieren regelmäßig Events für die Szene in ihrem Laden. Eine Schanklizenz haben die Jungs übrigens auch, es kann also verkostet werden.

Der Fokus der La Armada-Biere liegt auf hopfenbetonten Bieren. Bislang haben sie ein APA und drei Single-Hop-Biere für den Markt produziert. Ähnlich wie die SHIPA-Serie der Kehrwieder Brauerei sind dabei die Grundzutaten jedes Mal gleich, nur die Hopfensorte variiert. Die drei experimentieren auch mit eigenen Hopfenplanzungen auf Teneriffa. Nach einigen Fehlstarts hat sich nun eine Chinook-Variante entwickelt, die mit dem Licht und dem Klima im Süden Teneriffas klarkommt. Noch befindet sich das Experiment ganz am Anfang und die Qualität der Anpflanzungen ist nicht besonders gut. „Aber unser Chinook ist auf jeden Fall komplett anders als der amerikanische Chinook“, sagt Ayoze. „Halt ein echter ‚Chinook Canario‘. Das könnte mal etwas ganz Besonderes werden.“

Wo: San Christóbal de La Laguna; Web: Website

Larrancadilla

Craft Beer Kanaren Larrancadilla

„Das letzte Bier zu bestellen, bringt Unglück. Deshalb ordert man hier immer das vorletzte Bier, im Inselslang ‚Larrancadilla‘“, erklärt Fernando Otamendi mit einem Augenzwinkern den Namen seiner Brauerei.

Wie Fernando zum Bier kam, kann er heute gar nicht mehr so genau sagen. Irgendwann bekam er ein Craft Beer in die Hände. Davon wollte er mehr. Gab es aber nicht. Dann braue ich es eben selber, denkt sich Fernando. Dinge selber in die Hand zu nehmen, liegt dem Macher-Typ im Blut. Also baut er 2014 sein Haus aus, um Platz für eine 3 hl kleine Anlage zu schaffen. Er baut so viel er kann selbst. Circa 10 hl produziert Fernando so pro Mona, trotz Zweitjob. „Das Bierbrauen ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärt Fernando. „Dafür schaffe ich mir Zeit. Zudem bekomme ich Hilfe von meiner Frau.“

Auch die Biere, die Fernando braut, spiegeln seine Kreativität wider. So braut er etwa das erste Bier der Welt mit eingebauter Stimmgabel. Trinkt man das Stout bis zu einer bestimmten Markierung auf der Flasche und bläst dann schräg in die Öffnung des Flaschenhalses, ertönt der Kammerton, also der Ton, der in der Musik als Ausgangston zum Stimmen der Instrumente genutzt wird.

Das außergewöhnlichste Bier von Larrancadilla ist jedoch das „Palm Honey Ale“. Es wird mit Palmenhonig gebraut. Da der Zucker während der Gärung beinahe restlos verwertet wird, ist dieses Bier knochentrocken und überraschend erdig im Geschmack. Fernando ist es gelungen, den vulkanischen Boden der Insel auf erstaunliche Art in ein Bier zu bannen.

Wo: Tegueste; Web: Facebook

Tacoa

Craft Beer Kanaren Tacoa
Foto: © Tacoa

Tacoa ist der Dinosaurier in Sachen Handwerksbier auf Teneriffa. Die älteste Craft-Brauerei der Kanaren feierte diesen Juni ihren 17-jährigen Geburtstag. Die Geschichte Tacoas beginnt in Berlin zu Zeiten des Mauerfalls. In den Wirren der deutschen Wiedervereinigung lernt Teresa Queipo einen Deutschen sowie deutsches Bier kennen und lieben. „Da gab es so ein Kupferbier in einer der kleinen Gasthausbrauereien, das hat meine Vorstellung von Bier auf den Kopf gestellt“, erinnert sich Teresa. Als die Stimmung sich in Berlin verändert und sie immer öfter auf der Straße beschimpft wird, beschließen die beiden, mit ihren Kindern nach Teneriffa zu ziehen, wo Teresas Familie lebt, und dort im Norden der Insel eine Brauerei zu eröffnen.

Als sie die Bank um einen Kredit bitten, werden sie zunächst für verrückt erklärt und abgewiesen. „Wir befinden uns hier mitten in einem Weinanbaugebiet“, erklärt Teresa. „Mit Bier hatte hier niemand etwas zu tun. Das war kein Handwerksprodukt für die Menschen hier.“ Teresa nutzt zum ersten Mal in ihrem Leben die guten Kontakte ihrer Familie auf der Insel. „Am nächsten Tag hat mich der Bankdirektor angerufen und gesagt, wir hätten das Geld auf dem Konto“, lacht sie heute darüber.

Zunächst entwickelt sich Tacoa in Richtung einer traditionellen deutschen Wirtshausbrauerei, mit deftigen Speisen und den dazugehörigen Bieren. Nur ihr geliebtes Kupferbier ist ein kleiner Ausreißer, ihre persönliche „Brücke“ nach Berlin. Auch heute, 17 Jahre und viele persönliche sowie betriebliche Veränderungen später, gibt es das Kupferbier noch. „Es ist das einzige Bier, das wir nicht in Flaschen abfüllen und nur hier bei uns im Restaurant verkaufen“, erklärt Eric del Toro, Teresas Sohn. „Als wir hier angefangen haben mit Craft Beer, da gab es den Begriff noch gar nicht“, berichtet er. „Erst als ich vor ungefähr vier Jahren zum ersten Mal mit den modernen Craft Beers und der Szene in Berührung gekommen bin, habe ich davon erfahren. Mir war sofort klar, da müssen wir auch hin.“

Also stecken die beiden viel Zeit und Geld in die Restaurierung ihres Restaurants und der Brauerei. Nach einiger Zeit findet Jaime Boluda, ein in Berlin studierter und erfahrener Braumeister, zu ihnen. „Jaime ist ein Glücksfall“, sagt Teresa. „Er kennt sich bestens mit den modernen Bieren aus und hilft uns, mit Tacoa den Spagat zwischen einer Wirtshausbrauerei mit gewisser Tradition und einer modernen Craft-Brauerei zu meistern.“

Tacoa ist die einzige Brauerei mit eigenem Restaurant auf Teneriffa. Es gibt auch einen kleinen Heimbrauershop, regelmäßige Verkostungen und Bierschulungen.

Wo: El Sauzal; Web: Website

Tierra de Perros:

Craft Beer Kanaren Tierra de los Perros

Gegründet 2013 als erste und bis heute einzige Bio-Brauerei der Kanaren, verfolgt Brauer und Chef Juan Fernando Sanchez Fuentes einen ganzheitlichen Ansatz mit seinem Unternehmen: „Ich habe mein Unternehmen nicht gegründet, um damit reich zu werden, sondern weil ich das Brauen liebe und damit die Lücke zwischen Wirtschaftlichkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung schließen möchte.“

Neun verschiedene Sorten hat Tierra de Perros bislang dauerhaft im Sortiment, zwölf sollen es mal werden. Wobei eines immer nur begrenzt erhältlich sein wird und Fernandos experimentelle Spielwiese werden soll. Gerade bastelt der studierte Önologe an einem Bier-Wein-Hybriden, der von einer in seiner Brauerei entstandenen Hefemutation getragen werden soll. Bei so viel Kreativität wundert es kaum, dass viele der spannendsten Craft Beers der Kanaren von Tierra de Perros kommen.

Jeden Sonntag öffnet Tierra de Perros die Tore seiner Bier- und Wein-Finka für Verkostungen.

Wo: Los Realejos ; Web: Facebook; Reservierungen für Verkostungen: +34 922 35 39 50

Gran Canaria

Galotia

Craft Beer Kanaren Galotia

Erst im Oktober 2017 gegründet, ist Galotia eine der jüngsten Brauereien der Kanaren. Carlos Rodriguez Rodriguez und seine Frau Miriam Perez Ramos kommen aus der Bierblogger-Szene. Durch ihre Bekanntheit als Blogger und die Kontakte, die sie sich durch ihre Arbeit geknüpft haben, können die beiden passionierten Heimbrauer auf ein breites Netzwerk an Unterstützern bei der Gründung ihrer eigenen Brauerei zurückgreifen. Sie sind die erste Brauerei der Kanaren, die ein Kollaborationsbier brauen, dazu noch mit keinem Geringeren als La Pirata aus Barcelona.

Die Philosophie von Galotia – übrigens der wissenschaftliche Name der kanarischen Eidechse – ist so einfach wie radikal: „Wir brauen nur Biere, die wir auch selber gerne trinken. Keine Kompromisse. Und wir wollen Biere für die Menschen machen, die hier leben. Nicht nur für die Nerds“, erklärt Carlos. Galotia hat derzeit vier dauerhaft erhältliche Biere, eines davon glutenfrei. Seine Experimentierfreude lässt Carlos bei den Kollaborationssuden und in der sogenannten „L-Serie“ aus. Das „L“ tragen die Fahranfänger in Spanien groß am Wagen und passt für Carlos gleich in doppelter Hinsicht zu Galotia: „Zum einen befindet sich unsere Brauerei in einer alten Fahrschule und zum anderen ist das der Rahmen, in dem ich Neues ausprobiere und selber am meisten dazulerne.“

Die Brauerei bietet regelmäßig Touren an und öffnet jeden Donnerstag ihren Taproom.

Wo: Vecindario ; Web: Website

Jaira

Craft Beer Kanaren Jaira
Foto: © Jaira

Jaira ist wohl die bekannteste und am weiten verbreitetste Craftbier-Marke der Kanaren. Zum einen ist sie die erste kanarische Brauerei, die einen Preis beim Barcelona Beer Festival gewonnen hat. Zum anderen hat sie das beste Distributionssystem zur Hand. Aday Araña, der Jaira 2015 gegründet hat, gehört auch die größte Distributionsfirma der Kanaren, die unter anderem auch Coca Cola auf den Inseln vertreibt. Entsprechend viel Erfahrung bringt er in die Brauerei ein. Alles wirkt hier etwas professioneller und größer als bei den anderen Brauereien. Die Zuständigkeiten sind klar verteilt: Während Aday für die Geschäftsführung und zusammen mit Braumeister Acaymo Cabrera für die Rezepturen verantwortlich ist, kümmert sich Borja Martin um den Verkauf und das Marketing.

Aday hat klare Ziele für Jaira: „Wir wollen in zehn Jahren 5000 hl pro Jahr produzieren. Diese Summe wird es uns ermöglichen, Jaira noch unabhängiger von der anderen Firma zu betreiben. Diese ist anfällig für Einflüsse von außen. Jaira ist allein unseres Ding und wir haben die volle Kontrolle darüber.“

Bei all der Planung kommt ihre Leidenschaft für experimentelle Biere nicht zu kurz. So haben sie neben ihren sechs dauerhaft erhältlichen Bieren auch immer verschiedene saisonale Biere am Start, deren Herstellungsprozesse aufwändiger oder ungewöhnlich sind. Jairas neuester Geniestreich ist ein Bier, das mit Wasser aus Wolken gebraut wird, die auf den Kanaren „gemolken“ werden.

Wo: Agüimes; Web: Website

Vagamundo

Craft Beer Kanaren Vagamundo
Foto: © Vagamundo

Vagamundo bedeutet Weltenbummler und beschreibt Gründer Andrés Alonso bestens. Andrés ist gebürtiger Argentinier mit einer Leidenschaft zum Reisen. Auf einer dieser Reisen beschließt er, Europa zu seinem neuen Zuhause zu machen. Er findet einen Job als Marketing Manager von Dorada und Tropical, den beiden größten Biermarken der Kanaren. Das ist sein Erstkontakt mit der Welt der Biere. Als er eine Zeit in Miami arbeitet, lernt er die Bierwelt von ihrer vielfältigen Seite kennen und lieben. „Es war dort in Miami, dass ich erkannte: Das ist die Zukunft! Wenn du einmal angefangen hast, Craft Beer zu trinken, dann kehrst du nicht mehr in die Welt der langweiligen Biere zurück.“

Zurück auf Teneriffa, lässt Andrés seiner Erkenntnis Taten folgen und gründet seine eigene Biermarke. Noch als Gipsy-Brauer unterwegs, soll 2019 eine eigene Brauerei her. Andrés ist ein Perfektionist, der penibel auf die gekühlte Lagerung und einen kühlgeführten Transport seiner Biere achtet. Seine Biere sollen klassische Vertreter leicht zugänglicher Bierstile für die Menschen auf den Kanaren sein, um sie an Craft Beer heranzuführen, ohne sie zu verschrecken. Deshalb gibt er den Bieren auch keine exotischen Namen, sondern benennt sie nach dem jeweiligen Stil.

Wo: Bislang noch als Gipsy Brewer bei Jaira; wahrscheinlich ab 2019 eigene Brauerei auf Teneriffa; Web: Website

Weitere Brauereien:

Drago

Wo: Santa Brígida; Web: Facebook

Fiera

Wo: Gipsy Brewer bei Jaira; Web: Facebook

Texeda

Wo: Tejeda; Web: Website

Viva

Wo: Agüimes; Web: Website

Lanzarote

Nao

Wo: Arrecife; Web: Website

Malpeis

Wo: Tinajo; Web: Website

La Palma

Gara

Wo: Santa Cruz de la Palma; Web: Website

Isla Verde

Wo: Tijarafe; Web: Website

La Gomera

Layla

Wo: ?; Web: Facebook

Craft Beer Bars & Shops auf den Kanaren

Craft Beer Canary Islands

Teneriffa

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Gran Canaria

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Lanzarote

Link zur Google-Maps-Liste Lanzarote

Fotocredit: Beitragsbild ©Tacoa

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